Der Künstler:

1967-1972 Studium der bildenden Kunst, sakrale und experimentelle Malerei, sowie Grafik (Kadow, Gerstner, Klauke) an den Werkkunstschulen in Köln. Seminare bei Niklas Luhmann, Alfons Silbermann, Alfred Schmidt und Bazon Brock. Schwerpunkt : Ästhetische Theorie, Kunst, Kybernetik und Systhemtheorie. Examen, grad..des.
1972-1978 - Studium der Kunstgeschichte, sowie Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft an den Universitäten in Bonn und Marburg

 

Das Projekt:

Mehr als drei Jahre lang hat der Bremer Medienkünstler Michael Weisser das Thema "Marilyn Monroe" recherchiert und bearbeitet. Entstanden sind zwei Ausstellungen, deren eigenwillige Ästhetik auf einer Fülle von historischen Dokumenten basiert.
Den Schwerpunkt dieser Dokumente bilden die "secret files"
, die der FBI bei seiner Observation von Marilyn Monroe angelegt hat. Diese Dokumente aus den 50er und 60er Jahren belegen das intime Verhältnis, das die Hollywood-Ikone zu den beiden Kennedy-Brüdern, dem amerikanischen Präsidenten John F. und dem Justizminister Robert hatte. Diese Dokumente bilden den konsequenten Rahmen, der die Ausstellung mit ihren verschiedenen Erlebnisinseln zu einem Gesamtwerk erfasst.
In zwei Ausstellungen in Hamm zeigt der Künstler multimedial seine Interpretation des intimen Verhältnisses von Macht und Schönheit, das in der Konstellation der Kennedy-Brüder mit Marilyn Monroe letztlich zum gewaltsamen Tod eines jeden geführt hat.
Eine Ausstellung fand vom 5. September bis zum 31. Oktober 2004 in der Elektrozentrale des Maximilianparks statt. Sie umfasste neben den Dokumenten eine künstlerische Aufbereitung von Fotos, Objekten, Assemblagen, eine Projektion, eine Audioinstallation und verschiedene Monitorsequenzen.

In der anderen Ausstellung zeigt der Kunstverein Hamm vom 18. Februar bis zum 20. März 2004 in der Stadthaus-Galerie die schwarz/weiss-Welt der Hollywood-Ikone. Unter dem Titel „INVESTIGATED!“ beschäftigt sich der Künstler ausschließlich mit Ausschnitten der Dokumente, die vom Leben und Sterben der Norma Jean Baker alias Marilyn Monroe berichten. Die ästhetischen Prinzipien Unschärfe und Rauschen zeigen im Spannungsbogen zwischen Schwarz und Weiß digitale Typografien aus den 50er und 60er Jahren. Bruchstückhaft, verwaschen, ungenau sind die Dokument-Ausschnitte und doch gewinnt der aufmerksame Betrachter Stichworte und Zeichen, die sich verbinden lassen zu einer rudimentären Leidensgeschichte.

Marilyn Monroe ist Zeit ihres Lebens ausgeforscht, beobachtet, observiert worden. Von der Presse, von ihren Liebschaften, von den Geheimdiensten.

Die Herausarbeitung des Typischen durch Reduktion, die serielle Entfaltung des Ähnlichen, die vielfältig mediale Inszenierung der Intensität und folgend die schrittweise Auflösung des Bildes, bis zum verwirrenden Spiel der Bruchstücke, das sind die Themen und Motive, die Michael Weisser in seiner Ausstellung über die Ikone Marilyn Monroe mit künstlerischer Intensität bearbeitet.

Informationen unter www.MikeWeisser.de

Statements:

  • Im Mittelpunkt des bildnerischen Schaffens des deutschen Künstlers Michael Weisser steht nicht das einzelne Bild, sondern die Bildserie, die Variation eines Themas und die Varianten eines Objektes. 
    Diesem engagierten Multi-Media-Spezialisten geht es nicht um die Beschränkung der Welt auf seinen persönlichen „Top-Shot“, sondern darum, dem Betrachter in spannenden Bild-Linien und Bild-Feldern eine eigene Auswahl möglich zu machen. 
    (Prof. André Bard – Kunsthistoriker)
  • Michael Weisser steht in seiner ganzen bisherigen Arbeit für Kreativität, Qualität und Intensität. Sein Auge als Fotograf ist geschult durch tausende von Bildern, die er weltweit von New York bis Hong Kong über Tokio bis Paris aufgenommen hat.
    (Thomas Hammerl - Journalist)
  • „Seine Aufnahmen reproduzieren nicht die Klischeeansichten, sondern verweisen auf ungewohnte optische Aspekte. Die Qualität der Aufnahmen genügt höchsten Ansprüchen. Es entsteht ein optisches Mosaik, das originell ist, ohne daß sein Schöpfer in Originalitätssucht verfiel.“
    (Detlef  Wolf  - Kunstkritiker)

Einzelausstellungen (Auswahl):

  • 2004 - "the secret files of Marilyn Monroe"
    Bilder/Dokumente/Objekte/Projektionen
    Maximilianpark & Kunstverein Hamm im Maximilianpark Hamm
    2004 – „orNAMENte = OrnamenTE“
    Eine Installation im Mausoleum des Schlosses Bückeburg zum 700 jährigen Jubiläum des Stammhauses der Fürsten von Schaumburg-Lippe
    2004 - "S-Y-K-E"
    Sequenzen/Felder/Räume
    Kreismuseum Syke
  • 2003 - „Rapanui – mata ki te rangi“
    BildSequenz
    Museo Antròpologico / Osterinsel / Chile
    2003 - "ARTà - Vistas de Mallorca"
    Bildfelder und Bild-Tableaus
    Galeria Sant Salvador / Artà
    2003 -  "Options-4-you" - Das Gerichtshaus in Bremen
    Installation, digitale Fotografie und Monitor-Sequenzen
    Städtische Galerie / Bremen
  • 2001 - "a-live - a-morpe“
    Arbeiten 1998-2000
    Galerie Lauk / Köln
  • 1998 - www.cogitoergosum.de
    Internetprojekt (html-Programmierung)
    Ausstellung auf der WebSuite MikeWeisser.de
  • 1989 - „Syn-Code“
    programmierte All-Sky-Projektion zu Musik von Software
    Planetarium / Stuttgart
  • 1988 - "Syn-Phonie für Computermusik und Sternenlicht"
    Programmierte Multivision, Kuppelprojektion
    Planetarium / Bochum
  • 1987 – „Night-Light“
    Sensorgesteuertes Licht-Klang-Objekt mit integrierter Musik von Software in Zusammenarbeit mit Klaus Geldmacher
    Wanderausstellung „artware“
  • 1982 - "Galaxy Cygnus-A"
    MultiMediaEvent als Abschlußveranstaltung des "Meeting of World-SF"
    zur ars electronica in Linz/Österreich. Live-Präsentation und Sendung im ORF
  • 1975 –  "Bremen in Bremen"
    Projektionsenvironment in den Unteren Halle des Alten Rathauses zu Bremen.
  • 1970 – Happpening/Fluxus
    Gründungsmitglied der Gesellschaft für Kunstkonsum- und Produktion"
  • Durchführung unterschiedlichster Kunstaktionen, Happening und Konzept für ein Künstlerhaus in Bonn im Teamwork mit Wolf Vostell, Dr. Hugo Borger, Thomas Beyrle.